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Ausstellung Paul Bönninghausen

Die Werke von Paul Bönninghausen haben zweimal Eindruck hinterlassen. In ihrem ersten Leben wortwörtlich: als Schreibmaschinentypen oder Bleisatz-Lettern auf Papier. In ihrem zweiten Leben als Kunstwerke, und die sind zurzeit in der Dialyse des Herz-Jesu-Krankenhauses in Hiltrup zu sehen.

Paul Bönninghausen vor einem seiner "typischen" Werke.

 

Diese Typen machen zweimal Eindruck

Dabei war es ursprünglich der Lack, der ihn faszinierte, erläuterte der Künstler in der Einführung seiner Ausstellung „Im Rhythmus der Schrift“ vor den zahlreich erschienenen Gästen. Kein Wunder, ist der 1933 geborene Bönninhausen doch gelernter Maler, der sich 38 Jahre „nur mit Lack“ beschäftigt hat. Nach seiner Ausbildung zum Diplom-Designer an der Werkkunstschule Dortmund 1958 hatte er später bei Glasurit (heute BASF Coating) die Aufgabe, in Vorträgen potenzielle Kunden von den Produkten zu überzeugen. „Das gelang am besten, wenn man anhand von Exponaten demonstrieren konnte, wie effektvoll und hochwertig der Lack sich im Gebrauch und an Gegenständen zeigte“, sagt Bönninghausen.


Technik geradezu biologisch


Durch seinen Blick für künstlerische Ausdrucksformen bekamen diese „Warenproben“ tatsächlich Galeriequalitäten, indem er Objekte des Alltags zum Neuentdecken auf ihnen platzierte und zum Strahlen brachte. Nach ersten Arbeiten mit Essbestecken entdeckte Paul Bönninghausen vor zehn Jahren die Vielfalt des Innenlebens alter Schreibmaschinen und verhalf ihnen durch kreatives Arrangieren auf strahlenden Lackfarben zu faszinierender und frappierender neuer Aussagekraft. Ob Walzen, Typenhebel, Typenbügel, Tabulatorleiste, Tabulatorreiter oder Typenräder – ihrem ursprünglichem Wirkungsort entnommen und facettenreich aufgefächert ähneln sie Schmuckstücken oder erinnern an biologische Strukturen wie Ähren, Schmetterlingsflügel oder zarte Skelette.


Geschlossener Kreis

Objekte aus der Computer-Hardware wiederum muten an wie Stadtpläne oder wie Architekturzeichnungen, und versetzt zusammengefügte Folien reizen zu weiteren Gedankenspielen. Mit den imposanten Bleisatz-Lettern schließlich schloss sich der Themenkreis für den Künstler. Von Gutenberg zur Computertechnik – die über die Historie verteilte Technik fügt sich in Einzelteilen als künstlerischer Reigen wieder zusammen.

Reife Musik von junger Künstlerin

„Im Rhythmus der Schrift, treffender könnte ein Titel nicht sein“, lobte der Künstler den „Titelgeber“, Dr. Wolfgang Clasen, Ärztlicher Direktor des Herz-Jesu-Krankenhauses und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Nephrologie/Dialyse. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass gerade die häufig im Haus verweilenden Dialyesepatienten in den Genuss der Werke kommen, Anregung und Abwechslung erfahren. Clasens Dank indes galt nicht nur Paul Bönninghausen für die ungewöhnlichen ästhetischen Kompositionen, sondern auch Franziska Eiweleit, die mit Konzertgitarre und Gesang den musikalischen Rahmen gestaltete. Die 15 Jahre junge Künstlerin beeindruckte mit einer zwischen Sensibilität und Ausdruckskraft auf den Punkt nuancierter Darbietung.


Nach dem offiziellen Teil der Vernissage nutzten die Gäste den geselligen Umtrunk noch für so manches Gespräch mit dem Künstler.

 

Respekt und Bewunderung auch für das musikalische Talent von Franziska Eiweleit.
 

 

 

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