Jeder Patient ist erleichtert, wenn er hört, dass seine bevorstehende Operation durch ganz kleine Schnitte, der so genannten „Knopfloch-Chirurgie“ durchgeführt werden kann. Für einige Operationen wie z.B. der Entfernung einer Gallenblase ist diese minimal-invasive Methode in Deutschland in fast allen Krankenhäusern gang und gäbe.

Am "Pelvi-Trainer" haben alle einmal angefangen, die minimal-invasive Chirugie zu üben. Heute sind sie Profis: Oberarzt Dr. Claus Classen, Chefarzt Prof. Dr. Rüdiger Horstmann und Oberärztin Dr. Susanne Röttgermann (v.l.).
Erstes zertifiziertes Zentrum für Minimal-invasive Chirurgie
im Münsterland
Das Herz-Jesu-Krankenhaus allerdings hat nicht nur das „mic“ (Centrum für Minimal-invasive Chirurgie), sondern sogar das erste zertifizierte Zentrum dieser Art im Münsterland. Unsere chirurgische Abteilung konnte Qualitätsstandards nachweisen, die nach wissenschaftlichen Vorgaben und klinischer Erfahrung entwickelt worden sind und die ein hohes Niveau dieser Behandlung dokumentieren. Verliehen wurde das Zertifikat von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Unter anderem mussten Mindestanzahlen an durchgeführten Operationen verschiedener Schwierigkeitskategorien nachgewiesen werden, die das Team aus Hiltrup bereits um hunderte überschritten hatte.
Damit ist das Herz-Jesu-Krankenhaus auf dem Weg, auch mit künftigen Entwicklungen immer Schritt halten zu können, denn „noch fehlt zwar die Entwicklung entsprechender Instrumente, aber auf lange Sicht werden sicher alle Operationen minimal-invasiv durchgeführt werden“, prognostiziert Prof. Dr. Rüdiger Horstmann, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie mit dem Centrum für Minimal-invasive Chirurgie. Bereits jetzt werden Darmkrebs-Operationen im Herz-Jesu-Krankenhaus minimal-invasiv vorgenommen, wobei das Langzeitergebnis für den Patienten die gleiche Güte habe wie bei einer offenen Operation. Die Belastung durch den Eingriff selbst aber sehr reduziert ist.
Von den Vorteilen dieser „Knopflochchirurgie“ profitieren nicht nur die Patienten durch geringere Schmerzen, weniger belastetes Immunsystem und schnellere Genesung, sondern auch die Chirurgen wissen die Technik zu schätzen. „Der Bauch ist wunderbar ausgeleuchtet, die Methode ermöglicht Sichtbarkeit und Erreichbarkeit eines jeden Winkels und bietet bei Bedarf Vergrößerungsaufnahmen“, erläutert Dr. Susanne Röttgermann.
80 Prozent der Operationen werden im Herz-Jesu-Krankenhaus vom speziell ausgebildeten Team Prof. Dr. Rüdiger Horstmann, Oberarzt Dr. Claus Classen und Oberärztin Dr. Susanne Röttgermann minimal-invasiv vorgenommen.