Wie groß das Interesse an neuen Behandlungsstrategien der Multiplen Sklerose ist, zeigte der 2. Hiltruper Multiple-Sklerose-Tag. Neben dem Fachpublikum informierten sich viele Betroffene im Festsaal des Mutterhauses.

Zum 2. Hiltruper Multiple-Sklerose-Tag luden die Neurologen in das Herz-Jesu-Krankenhaus ein. V.l. Dr. Michael Ohms, Dr. Andreas Niebuhr, Dr. Pablo Perez Gonzalez, Alexander Geißler, Dr. Wolfgang Kusch und Dr. Tobias Schleifer.
Leben mit der Multiplen Sklerose
Multiple Sklerose ist eine chronische Erkrankung des Zentralen Nervensystems, die meist in jungen Jahren beginnt. Das sind Patienten, die sich im jungen Erwachsenenalter von einem einst funktionierenden Körper verabschieden und mit den Folgen und Symptomen der Krankheit leben müssen. Initiator Dr. Wolfgang Kusch, Chefarzt der Klinik für Neurologie mit Klinischer Neurophysiologie, stellte einen interessanten Themenabend zusammen.
Behandlungsmethoden
Neue und zukünftige Behandlungsmöglichkeiten standen bei diesem Symposium im Vordergrund. Sind zur Zeit kortisonhaltige Präparate und die Plasmaphorese, eine Art Blutwäsche, bei der entzündungsaktive Substanzen ausgewaschen werden, die Mittel der Wahl, stehen bald mehrere oral einzunehmende Medikamente zur Verfügung, die den Verlauf der Multiplen Sklerose verlangsamen oder lindern können. Viele von ihnen stehen noch in der Studienphase, werden aber in naher Zukunft zugelassen werden. Dabei werden Zytostatika, monoklonale Antikörper und Entzündungshemmer zum Einsatz kommen wie auch ein Kaliumblocker, der die Gehfähigkeit des Patienten verbessert.
Lebensumfeld verbessern
Das Lebensumfeld des Patienten zu verbessern, war den Ärzten der Neurologie ein wichtiges Anliegen. Ihnen weitgehende Selbstständigkeit zu bewahren, trägt auch die Physiotherapie bei. Sie hilft, Spastiken und Fehlhaltungen zu lindern und nach geeigneten Hilfsmitteln zu suchen, die die richtige Körperhaltung im Rollstuhl begünstigen. Zusätzlich können Medikamente zur Abnahme der Erregbarkeit der zentralen motorischen Nervenbahnen gegeben werden.
Nicht vernachlässigt wurde die Themen Inkontinenz und seelische Verfassung, die mit der Erkrankung einhergehen können. Immerhin seien 25 Prozent der MS-Patienten mit einer Depression belegt. Hier helfen neben einer geeigneten psychotherapeutischen Behandlung auch Entspannungstechniken und körperliche Aktivität.

Themenschwerpunkt bei der Patientenveranstaltung zum Thema Multiple Sklerose waren diesmal neue und zukünftige Behandlungsmethoden.