„Sicher haben sie ihm ein Beruhigungsmittel verabreicht“, flüsterte die junge Mutter ihrem Sohn zu, „normalerweise ist dein Monty ja nicht so ruhig.“ Aber der weiße Tiger blieb auch ohne Pillen brav liegen, bis das Röntgen vorbei war. Auch alle anderen Stofftiere und Puppen verhielten sich vorbildlich still. Das dürfte aber auch schon das einzig Ruhige am Tag der offenen Tür im Herz-Jesu-Krankenhaus gewesen sein. Denn von der ersten Minute an strömten die Gäste ins Haus und ließen – Patientenbereiche ausgenommen - keinen Winkel unentdeckt.
Bunt wie die Luftballons beim Wettbewerb des Hebamenteams war die ganze Programm-Palette am Tag der offenen Tür.
Wo Tiger brav und Chirurgen minderjährig sind
Während einige sehr gezielt anhand von Programm-Flyern die Stationen ihres Hauptinteresses ansteuerten, ließen sich andere einfach treiben. Ob Ausbildung im Pflegeberuf, Blutzuckertest oder Geburtsvorbereitung, heute konnte man alles fragen, jeden ansprechen und ganz viel Wissen mitnehmen. Mit viel Engagement und Liebe zum Detail hatten die Mitarbeiter der Abteilungen ihr Gesamtangebot dargestellt oder thematisierten besondere Schwerpunkte.
Sprechende Rettungshilfe
So staunte das Publikum etwa beim Notfallsimulationstraining an lebensechten Puppen nicht schlecht, dass die Gerätetechnik vorgenommene Handlungen bei der Herzdruckmassage messen und korrigieren kann: „Etwas fester, bitte“, tönte die lebensrettende Stimme. Besucher in Bewegung brachte der Balancetrainer, aber auch Köpfchen musste bewiesen werden, etwa bei Spielen wie „Überliste das Gehirn“. Besondere Einblicke gewährte die begehbare Prostata, die den optischen Mittelpunkt des Schwerpunktthemas „Männergesundheit“ bildete. Zahlreiche Interessenten nutzten das Angebot der Fachreferate, Infostände und vor allem die Möglichkeit, mit den Experten direkt ins Gespräch zu kommen.
Nachwuchschirurgen
Hauptanziehungspunkte waren neben dem Spielzeug-Röntgen und der Möglichkeit, selbst zu endoskopieren, die Operationssäle. So mancher stand halb fasziniert, halb zaudernd vor Kunstknochen und „Werkzeugbänken“. So plastisch bekommt man selten vom Chefchirurgen selbst die Eingriffe etwa bei der Operation eines Oberschenkelhalsbruchs erläutert. Um den Nachwuchs braucht sich das Herz-Jesu-Krankenhaus wohl keine Sorgen zu machen, denn auch im anderen Operationssaal, der über die minimal-invasive Operation im Bauchraum informierte, standen die jungen Hobby-Chirurgen Schlange. Ihre Geschicklichkeit beim Erfassen der Gummibärchen mit den Laporoskopie-Intrumenten konnten sie am Bildschirm gleich mitverfolgen. Nebenan wurde mit glühendem Eifer an einem Schnitzel herumoperiert. Das „Personal“ war schließlich nur noch mit der Aussicht auf den Luftballonwettbewerb des Hebammenteams wieder vor die OP-Tür zu bewegen.
So viele nette Gäste
Informieren und Ausprobieren, Gewinne und Geschenke, Spendenaktionen, verständliche Fachvorträge, Musik von der Studiowelle und von der Band „Rosewood & Rhythm“, alkoholfreie Cocktails, Kuchen und die Besichtigung von Rettungswagen – die Zeit verflog fast schneller, als man alles wahrnehmen konnte. Erschöpft aber rundum zufrieden sagt das Herz-Jesu-Krankenhaus allen Besuchern Dank für das große Interesse. Es war ein wunderschöner Tag mit Ihnen!
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