Die Gestaltung des Dachgartens an der Palliativstation zu einem Planzenarrangement mit toskanischem Flair erfreut seit neuestem die Patienten. Kein Zufallsprodukt, sondern ein Ausblick mit Symbolkraft entfaltet seine positive Wirkung.
Das Werk ist vollbracht. Über den neuen Dachgarten (hier nur ein Teil der Aussicht) freuen sich (v.l.:) Christa Geilenkothen vom Ehrenamtlichen-Team, Anke Dahlmann, Inhaberin von Blumen Dahlmann, Dr. Wolfgang Clasen, Ärztlicher Direktor, Elisabeth Schneider von Blumen Dahlmann, Pflegedienstleiterin Sr. Margret MSC und Berthold Mathias, Geschäftsführer.
Damit die Seele Halt hat, wenn die Gedanken wandern
So verschieden die Schicksale der Patienten auf unserer Palliativstation sind, so gleichen sie sich doch in einem wesentlichen Punkt: Patienten und Angehörige müssen sich mit der begrenzten Lebenserwartung auseinandersetzen.
Wo die üblichen alltäglichen Zukunftsplanungen mit einem Fragezeichen einhergehen, werden plötzlich andere Ausblicke wahrgenommen und wichtig. Und während die Gedanken wandern, sucht der Blick nach etwas, in dem er versinken, verweilen,sich festhalten kann. Gerade dieser „Ausblick“ hat den Patienten der Palliativstation gefehlt. Schon lange grübelte das Palliativteam über eine würdige und ansprechende Gestaltung der Dachterrasse nach, die den Fenstern der Patientenzimmer gegenüberliegt.
Neuer Ausblick
Nun gibt es ihn – den neue Ausblick, gestaltet und mit Sachspenden unterstützt von Blumen Dahlmann, finanziert durch eine zweckgebundene Spende aus einer Verkaufsaktion der „Galerie im Alten Dorf“. Eine ansprechende und symbolisch-sensibel gestaltete Begrünung verdeckt auf Dauer Wellblech und lädt mit viel abwechslungsreichem Grün zu optischen Spaziergängen ein.
Zwischen Symbolhaftigkeit und Windspiel
„Wir hatten und ein bisschen Toskana gewünscht“, erzählt der Ärztliche Leiter sowie Leiter der Palliativstation Dr. Wolfgang Clasen rückblickend. ,„Ein bisschen Urlaubsgefühl und Entspannung.“ – „Und damit haben Sie uns vor eine ganz besondere Herausforderung gestellt“, ergänzt Anke Dahlmann schmunzelnd, galt es doch für diesen Zweck ein besonderes Konzept zu entwickeln. Elisabeth Schneider, Mitarbeiterin von Blumen Dahlmann, komponierte das Mittelmeer-Flair: Die alte, symbolhafte Pflanze Wein steht im Mittelpunkt und übrigens hoch in der Gunst der Patienten. Flankiert wird sie von Zypressen und Buchsbaum. Auch ein Taxus wurde besonders in Szene gesetzt, wird aus ihm doch der Stoff für Chemotherapien gewonnen. Für Leichtigkeit und Bewegung im Wind sorgen Felsenbirne und Cornus.
Auch organisatorisch gab es einiges zu bedenken. Das reichte von der unkomplizierten Handhabung der Bewässerung bis zum großen Augenblick, in dem ein Kran die imposanten Gefäße aufs Dach hievte.
Positive Wirkung
„Die Patienten haben die Begrünung mit Freude aufgenommen“, beschreibt Christiane Geilenkothen als Vertreterin des Ehrenamtlichen Palliativteams die Resonanz. „Die Sprache der letzten Lebenstage ist oft ein Bildersprache. Das entspricht sehr dem Blick auf die Gehölze, über die man mit Patienten wunderbar in weitere, tiefere Gespräche finden kann.
