"Sturm auf dem See"
Ein bemerkenswerter Entwurf des Künstlers - eine chaotische Lage in harmonische Form zu bringen! Drei Evangelisten überliefern diese Szene.
Bei Matthäus heißt es: „Er stieg in das Boot, und seine Jünger folgten ihm. Plötzlich brach auf dem See ein gewaltiger Sturm los, so dass das Boot von den Wellen überflutet wurde. Jesus aber schlief. Da traten die Jünger zu ihm und weckten ihn, sie riefen: Herr, rette uns, wir gehen zugrunde! Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf, rohte den Winden und dem See, und es trat völlige Stille ein. Die Leute aber staunten und sagten: Was ist das für ein Mensch, daß ihm sogar die Winde und der See gehorchen?“ (Mt 8,23-27)
Solche extremen Situationen werden in der Bibel öfter erzählt, um den Glauben auf die Probe zu stellen. Das ist die entscheidende Aussage - mehr noch als die Rettung aus Lebensgefahr! Die Jünger haben natürlich Angst um ihr Leben. Sie drohen unterzugehen und schreien um Hilfe. Um den Gegensatz noch zu betonen, schläft Jesus. Das löst verständlicherweise ihre Empörung aus. Auf der Darstellung des Künstlers Josef Krautwald schaukelt das Boot hilflos auf den Wellen, es ist auch zu klein und einige sind schon über Bord gegangen! Die Katastrophe ist da! Gerade dann erscheint Jesus als souveräner Herr über Wind und Meer. Er droht den Naturgewalten als wenn sie ungestüme Tiere wären - und sie beruhigen sich und gehorchen ihm. Mit großer Geste schützt er seine Jünger und fängt sie auf. Ihre flehenden Hände erhalten Antwort durch die schützenden und bergenden Hände Jesu.
Hier im Krankenhaus erfährt mancher Patient so die rettenden Hände des Chirurgen oder die pflegenden Hände der Schwestern. Die kreisförmige Darstellung formt aus diesem Häuflein ängstlicher Bootsfahrer eine Schicksals- und Glaubensgemeinschaft, die zusammengehalten wird durch den Herrn.