Kleiner Innenhof
Die meisten von Ihnen haben diese bronzene Figur schon gesehen. Sie steht im Innenhof am Eingang. Er ist von allen Seiten umbaut und macht einen nüchternen Eindruck. Gerade darum fällt die Figur auf. Sie stellt den König David dar als den Psalmendicht und –sänger. Er steht da allein, eine hagere Gestalt. (Nach den biblischen Geschichte war er natürlich vor allem ein Krieger, Politiker und Scheich.) Hier spielt er besinnliche, zarte Töne.
Er versteht den kranken Menschen, der leidet, hofft und fragt. Und den, der wieder gesund wird und sich freut. Was mag er gerade spielen? „Ich will jubeln und über deine Huld mich freuen; denn du hast mein Elend angesehen, du bis mit meiner Not vertraut.“(Ps. 31,8) Oder „Mehren sich die Sorgen des Herzens, so erquickt dein Trost meine Seele.“ (Ps.94.19)
Er hält die Harfe hoch: „Seht, das ist mein Instrument! Das spiele ich gern. Damit mache ich anderen Freude. Das ist mein Wahrzeichen. Saul, mein Vorgänger, habe ich oft von Depressionen befreit. Er hatte alles, aber es fehlte ihm an Lebensfreude. Vielleicht kannst du auch durch die Musik geheilt werden.“
Der süchtige Sänger Konstantin Wecker bekannte: „Mit der Musik habe ich mit meine Seele zurückgeholt. Unser Leben braucht Harmonie. Darum gibt es eine mehr und mehr entwickelte Musiktherapie. „Singen ist Sache der Liebenden“, sagt Augustinus. Die Menschen, die Gott besonders dienen, Priester und Ordensleute, beten und singen die Psalmen jeden Tag – wie gläubige Juden.
Das ist die Botschaft des Königs David.
Aber König? Ist das nicht zu weit weg von uns kleinen Leuten?
Meine Alltagspraxis entscheidet darüber, ob ich mich königlich fühle, ich mir meiner Würde als Krone der Schöpfung bewusst bin.