Sowohl im Rahmen einer stationären Therapie als auch in Rahmen der ambulanten videounterstützten Parkinson-Behandlung bietet unsere Klinik eine Einstellung auf Apomorphin an.
Apomorphin ist eines der ältesten Medikamente und wurde bereits 1869 synthetisiert. Im Gegensatz zum Morphin ist es nicht schmerzstillend und verursacht keine Abhängigkeit. Bereits 1951 wurde eine starke Wirksamkeit bei der Behandlung der Parkinson-Krankheit festgestellt. Da aber bei der Behandlung oftmals starke Übelkeit beobachtet wurde, fand die Substanz zunächst wenig Beachtung. Mit der Entdeckung eines stark wirksamen Gegenmittels und der Herstellung bedarfsgerechter subcutaner Applikationsformen wird das Präparat seit den 90er Jahren zunehmend erfolgreich eingesetzt.
Zum Einsatz kommt Apomorphin erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium, wenn also die Tabletten nicht mehr ausreichend wirken oder ein ausgeprägtes L-Dopa-Langzeitsyndrom vorliegt.
Aufgrund seines raschen Wirkungseintrittes (innerhalb von 5-8 min) ist Apomorphin besonders gut geeignet bei Auftreten von plötzlichen Off-Phasen. Die Wirkung lässt jedoch meist nach 20-40 min nach, so dass bei mehrmals täglichem Auftreten von Off-Phasen das Anlegen einer Pumpe zu erwägen ist. Hierbei wird eine feine Nadel subcutan morgens angelegt und über eine kleine Pumpe (etwas größer als ein Handy), die am Gürtel oder um den Hals getragen werden kann, kontinuierlich über den Tag hinweg abhängig von der Beweglichkeit Apomorphin zugeführt. Bei gutem Ansprechen auf das Medikament können die übrigen Parkinson-Tabletten in der Regel reduziert werden.
Die erstmalige Einstellung ist komplex und sollte stets stationär oder aber i.R. der ambulanten videounterstützten Parkinson-Behandlung erfolgen.
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an unser Sekretariat (Tel. 02501-17 2501).

Apomorphinpumpe und Apomorphin-Pen