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Neurophysiologisches Labor

Zu den Aufgaben des Neurophysiologischen Labores gehören die Messung von Hirnströmen (EEG), die Ableitung der evozierten Potentiale (VEP, AEP, SEP, MEP), die Bestimmung der sensiblen und motorischen Nervenleitgeschwindigkeiten einschließlich der F-Wellen (ENG) und die Ableitung von Muskelaktionspotentialen (EMG). Hinzu kommen weitere Zusatzuntersuchungen wie Myasthenie-Test, H-Reflex und Blinkreflex.

Das neurophysiologische Labor steht unter der Leitung von Frau Dr. Beate Schul, Funktionsoberärztin. Beschäftigt sind drei medizinisch technische Assistentinnen: Rosamaria Himmelreich, Daniela Nußbaum und Gisela Ueding.

 

Elektroencephalographie (EEG)
Durch die Messung der Hirnströme (EEG) können nach Anlage von 22 Elektroden EEG-Veränderungen im Sinne von Kurvenverlangsamungen, Anfallspotentialen und Herdbefunden nachgewiesen werden. Die Ableitungen erfolgen zumeist unter Provokationsfaktoren wie Photostimulation, Hyperventilation oder Schlafentzug.

Häufigste Indikationen für das EEG sind Epilepsie, intracranielle Entzündungen und Raumforderungen.

Durchschnittlich erfolgen jährlich mehr als 2000 EEG-Untersuchungen durch die EEG-Assistentinnen nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft (DGKN). Anerkannter Weiterbildungsermächtigter der DGKN ist der Chefarzt Dr. Kusch.

 

Evozierte Potentiale (EP)

  • Bei den visuell evozierten Potentialen (VEP) wird der Sehnerv über einen Monitor mit einem Schachbrettmuster stimuliert und eine Antwort mit Klebeelektroden über das Sehzentrum im Hinterhaupt abgeleitet.
  • Das VEP kommt zur Anwendung bei Verdacht auf eine Sehnerventzündung oder Entzündungen des zentralen Nervensystems.
  • Die akustisch evozierten Potentiale (AEP) stellen eine Funktionsprüfung des Hörnerven und des zugehörigen Zentrums im Hirnstamm dar.
    Hierbei werden dem Patienten akustische Click-Reize über einen Kopfhörer angeboten.
    Indiziert ist die Untersuchung z.B. bei Hirnstammschädigungen (Tumor, Schlaganfall), Multiple Sklerose.
  • Mit Hilfe der somato-sensibel evozierten Potentiale (SEP) können die sensiblen Bahnen der Gesichtsregion und aller Extremitäten gereizt werden und die Antworten über dem sensiblen Zentrum im Gehirn mittels Oberflächenelektroden abgeleitet werden. Es erfolgt z.B. eine elektrische Stimulation eines Nerven am Handgelenk (N. medianus), am Innenknöchel (N. tibialis) oder Unter- bzw. Oberlippe (N. trigeminus).
    Indikationen hierfür sind z.B. entzündliche ZNS-Erkrankungen, Trigeminusneuralgie, Polyneuropathie.
  • Die magnetisch evozierten Potentiale (MEP) erfassen nach magnetischer Stimulation von motorischen Hirnarealen die Leitungszeit zu den Muskeln an Armen und Beinen (M. abductor dig. minimi, M. tibialis anterior). Hierdurch können Lähmungen unterschieden werden, die durch Schädigung im zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) oder im peripheren Nervensystem (z.B. Nervenwurzeln) entstanden sind.

Insgesamt werden mehr als 2000 Evozierte Potentiale von den EEG-Assistentinnen nach den Richtlinien der DGKN jährlich abgeleitet.

 

Elektroneurographie (ENG)

  • Periphere motorische und sensible Nervenschädigungen werden durch die Elektroneurographie (ENG) erfasst. Diese erfolgt durch Stimulation eines Nerven mit Stromimpulsen und Ableitung eines Antwortpotentials im zugehörigen Muskel oder Hautareal. Mit der F-Wellen Bestimmung können auch Schädigungen nahe des Rückenmarkes nachgewiesen werden. Hierdurch können Engpasssyndrome wie Karpaltunnelsyndrom, Ulnarisrinnensyndrom sowie Polyneuropathien festgestellt werden.
  • Mit dem Blinkreflex (Orbicularis oculi Reflex) überprüfen wir die Hirnstammfunktion. Hierbei wird der N. supraorbitalis über der Augenbraue elektrisch mit Einzelreizen stimuliert.
    Diese Untersuchung kommt z.B. bei Schwindel zur Anwendung.
  • Mit dem Myasthenie-Test wird ein Nerv mehfach hintereinander gereizt und die folgende Höhe der motorioschen Reizantwort über dem zugehörigen Muskel miteinander verglichen. Die Untersuchung dient vor allem der Abklärung von belastungsabhängiger Lähmung.

Insgesamt erfolgen jährlich mehr als 2000 ENG-Untersuchungen durch die EEG-Assistentinnen und Ärzte nach den Richtlinien der DGKN. Anerkannte Weiterbildungsermächtigte der DGKN sind Chefarzt Dr. Wolfgang Kusch und Oberarzt Dr. Michael Ohms.

 

Elektromyographie (EMG)

Bei der Elektromyographie wird die Muskelaktivität elektrophysiologisch untersucht. Hierzu wird durch einen Arzt eine feine Nadel in den zu untersuchenden Muskel injiziert und Muskelaktionspotentiale unter Ruhebedingungen, anschließend unter leichter und schließlich unter maximaler Muskelanspannung abgeleitet und mit Hilfe eines Computers akustisch und visuell ausgewertet.

Die Untersuchung dient vor allem der Abklärung von Polyneuropathien, von Motoneuronerkrankungen und Muskelerkrankungen.

Durchschnittlich erfolgen jährlich mehr als 500 EMG-Untersuchungen nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft (DGKN). Anerkannte Weiterbildungsermächtigte der DGKN sind Chefarzt Dr. Kusch und Oberarzt Dr. Michael Ohms.

 

Bei Interesse an einer Hospitation im Neurophysiologischen Labor oder Fragen zu den Untersuchungstechniken stehen wir Ihnen gerne unter der Telefonnummer 02501-17 2503 zur Verfügung.

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