Fibroscan

Fibroscan®: ein einfaches Verfahren zur Beurteilung der Bindegewebsdichte (Ausmaß der Fibrose bzw. Zirrhose) der Leber

Chronische Lebererkrankungen können unabhängig von der Ursache (Alkohol, Viren, Medikamente, Fettleber etc.) durch vermehrte Bindegewebsbildung im Lebergewebe zu ernsthaften Leberschädigungen führen. Betroffene Patienten merken davon in der Regel Jahrelang nichts, denn das Fortschreiten der Lebererkrankung bis zur Leberzirrhose verläuft zumeist ohne Beschwerden. Erst im fortgeschrittenen Stadium der Lebererkrankung (Zirrhose) lassen sich mit Ultraschall und anhand von Blutuntersuchungen Befunde erheben, die auf eine dann bereits vorhandene Fortgeschrittene Zirrhose der Leber hindeuten.
Bislang galt die Leberpunktion als einzige zuverlässige Methode, das Ausmaß einer Leberschädigung abzuschätzen.
Seit 2008 steht dem Herz-Jesu-Krankenhaus Münster ein neues, auch als Elastometrie bezeichnetes, Verfahren zur Verfügung, das eine durch eine schmerzfreie spezielle Messmethode eine verlässliche Messung des Ausmaßes dieses narbigen Umbauprozesses erlaubt. Dieses Verfahren erfasst die Leberelastizität als Maß für die Verformbarkeit des Lebergewebes. Anhand dieser Werte (Angegeben in Kilopascal) ist messbar, wie sehr eine Lebererkrankung bereits zu einem narbigen Umbau der Leber und hierdurch zu einem Verlust an Verformbarkeit des Lebergewebes geführt hat.
Die Messung erfolgt nicht-invasiv, also ohne Punktion und völlig schmerzfrei mit einem Fibroscan® genannten speziellen Ultraschallgerät, das über einen speziellen Schallkopf verfügt, der in Leberhöhe auf den Brustkorb aufgesetzt wird. Das Gerät produziert eine 50 Hertz-Welle, die mit einer Ausbreitungsgeschwindigkeit von 1 m/s in die Leber aussendet wird. Außerdem ist eine 5-MHz-Ultraschallsonde integriert. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit der über diesen Schallkopf erzeugten niederfrequenten Impulswelle im Lebergewebe wird mittels des integrierten Ultraschalls gemessen. Je fester und unelastischer das Lebergewebe ist, desto schneller laufen die niederfrequenten Wellen hindurch. Das wird mit der Ultraschallsonde gemessen. Die Verformung wird in der Einheit Kilo-Pascal (kPa) angegeben. Je stärker die Leber fibrosiert ist, desto geringer wird sie verformt, und desto höher ist der Wert. Bei jungen gesunden Menschen werden so beispielsweise Werte um 3-5 kPa gemessen; der obere Grenzwert für normales Lebergewebe unter 10 kPa.
Nach Einschätzung von Leberspezialisten aus aller Welt, die diese Methode in den vergangenen Jahren in zahlreichen Studien getestet und mit den Leberpunktionsergebnissen vergleichen haben, lassen sich mit dieser Methode sehr verlässliche Ergebnisse erzielen und die mit dem Fibroscan® durchgeführte Elastometrie wird somit bald Standard in der Leberdiagnostik sein. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand erlaubt das neue Verfahren die Diagnose einer Leberzirrhose mit einer Sensitivität von 77 - 100% bei einer Spezifität von 96 - 100%. Es erlaubt hingegen keine ausreichend sensitive Differenzierung eines geringförmigen bzw. leichtgradigen narbigen Umbaus der Leber (Leberfibrose Grad 1-2).  Auch kann diese Methode die Leberpunktion nicht vollständig ersetzen, weil eine Aussage über das Ausmaß der Entzündung in der Leber nicht damit getroffen werden kann.
Das Verfahren ist daher ideal für die Verlaufsbeurteilung chronisch lebererkrankter Patienten z.B. unter einer Therapie (z.B. mit Ursodeoxycholsäure oder Interferontherapie). Sonst notwendige regelmäßige Leberpunktionen lassen sich so vermeiden.
In der Klinik für Innere Medizin am Herz-Jesu-Krankenhaus Münster wird die transiente Elastographie zum Ausschluss oder Nachweis einer Leberzirrhose durchgeführt.
 
Termin:
Tel.: 02501-17-2441
Sekretariat PD Dr. med. Anton Gillessen
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